Mitarbeiter per App finden Mobile Personalsuche: Verschenkte Potenziale

Stellensuchende nutzen zunehmend auch das Smartphone oder Tablet, um einen geeigneten Job zu finden. Doch sie werden oft nicht fündig, weil viele Unternehmen dem Thema mobiles Personalmarketing bisher kaum Beachtung schenken.

Die Jobsuche übers Smartphone steht noch vor vielen Schwierigkeiten. - © Foto: Stuart Miles/Fotolia

Die richtigen Mitarbeiter zu finden, wird für Handwerksunternehmen zunehmend schwerer, selbst wenn hierfür einschlägige Jobportale im Internet genutzt werden. Der Grund: Die Internetnutzung entfernt sich im Zuge der rasanten Wachstumszahlen von Smartphone- und Tablet-PC-Besitzern zunehmend vom heimischen Desktop-PC. Dem Trend entsprechend, suchen auch immer mehr potentielle Mitarbeiter über ihre mobilen Endgeräte nach einer passenden Stelle. Das hier liegende Potenzial wird von vielen Unternehmen aber bisher verkannt, wie die Studie "Mobile Recruiting 2013" der Digitalagentur Atenta zeigt. Dafür wurden die mobilen Personalmarketing-Angebote von 160 Unternehmen untersucht.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betreiben ihr Marketing wegen mangelnder Strukturen und Ressourcen häufig nach dem Prinzip "learning-by-doing". - © Michail Petrov - stock.adobe.com
Marketing aktuell

Demnach sind sieben Prozent der untersuchten Karriere-Webseiten über mobile Endgeräte überhaupt nicht erreichbar. 93 Prozent der erreichbaren Karrierewebseiten sind nicht mobil-optimiert und damit auf mobilen Geräten nicht (vernünftig) nutzbar. Lediglich vier Prozent der Unternehmen bieten als Alternative eine mobile Karriere-App für wenigstens eines der gängigen mobilen Betriebssysteme an.

Die Studienergebnisse überraschen vor dem Hintergrund von circa 25 Millionen verkauften Smartphones in Deutschland alleine im vergangenen Jahr – Tendenz steigend!

Anstrengende Stellensuche ohne App

Das Problem von nicht für mobile Endgeräte optimierten Seiten: Der überwältigende Teil der Inhalte sind nur sehr schlecht oder eingeschränkt nutzbar. Nach dem Laden der Karrierewebseite, das aufgrund großer Datenmengen häufig viel Zeit beansprucht, sind die Arbeitssuchenden ständig zum Zoomen und Scrollen gezwungen, um die Webseite lesen zu können.

Anstatt sich auf die Informationen des Stellenangebots konzentrieren zu können, liegt der Hauptfokus der Job-Interessenten folglich auf dem ständigen Vergrößern und Verkleinern einzelner Seitenbereiche, um die Navigation oder sonstige Schaltflächen verwenden zu können. Hier riskieren die Unternehmen potenzielle Mitarbeiter schnell zu verlieren, auch wenn die au sgeschriebene Stelle vielleicht interessant wäre.

Karriere mit Apps?

Auch beim Thema Karriere-Apps stellten die Analysten viel Nachholbedarf bei den Unternehmen fest. In sgesamt wurden über alle Plattformen hinweg lediglich zehn mobile Karriere-Apps gefunden. 96 Prozent der untersuchten Unternehmen haben demnach keine mobile Karriere-App. Bei der Auswahl der Plattformen konzentrieren sich mit 70 Prozent der Apps die meisten Unternehmen auf Apples iOS.

Überraschend ist die Tatsache, dass es mehr Apps für Windows Phone als für Android gibt. Am Erstaunlichsten ist aber vor allem das deutlich ungleiche Verhältnis von iOS zu Android, da Android in Deutschland bereits seit 2012 das marktführende mobile Betriebssystem ist, wie das Statistische Bundesamt festgestellt hat.

Doch nicht jedes Unternehmen braucht eine eigene Karriere-App, eine mobil optimierte Webseite reicht im Regelfall aus und ist kostengünstiger. Mobiloptimierung bedeutet, dass die Webseite so konzipiert ist, dass sie den mobilen Nutzer eigenständig als solchen erkennt und ihm oder ihr eine optimierte Ansicht präsentiert, die eine bequeme mobile Nutzung ermöglicht.

Seite 2: Darauf müssen Sie bei der Optimierung für mobile Endgeräte achten. >>>

Lesbarkeit entscheidet

Alle Inhalte sollten stets auf einer Bildschirm-Breite lesbar sein. Nutzer sollten nicht waagerecht scrollen müssen, sondern lediglich senkrecht, was der Anatomie des menschlichen Daumens und damit dem intuitiven Verhalten mobiler Nutzer entspricht.

Wichtig ist, dass sich diese Prinzipien nicht nur auf der Übersichtsseite wiederfinden, sondern auch konsequent auf den darunter liegenden Unterseiten, bis hin zur Darstellung der Stellenangebote. Idealerweise wird auch eine einfache und "leichte" Bewerbungsoption angeboten, sei es durch mobil optimierte Bewerbungsformulare oder sogar die Möglichkeit der 1-Klick-Bewerbung mittels einem Link auf das eigene Profil in einem sozialen (Business-) Netzwerk.

Für Betriebe, die erst ins Internet einsteigen wollen, gilt: Idealerweise berücksichtigen Sie eine mobile Version bereits bei der Erstellung der "normalen" Webseite. sg